Zwischen 2023 und 2024 hat die Anzahl registrierter Fälle von häuslicher Gewalt im Kanton Bern um 14% zugenommen. Schweizweit wird alle 11 Tage eine Frau getötet. Die Dunkelziffer ist hier nicht eingerechnet. Trotz diesen Tatsachen macht der Kanton Bern viel zu wenig, um Frauen und genderqueere Personen wirksam vor Gewalt zu schützen. 

In der Neuauflage der Opferhilfestrategie sieht der Regierungsrat keinen bedarfsgerechten Ausbau der Angebote vor, sondern verlangt eine “Verschlankung der Strukturen” bei den Beratungsstellen und “mehr Kosteneffizienz” in den Frauenhäusern. Im Bereich Prävention ist gerade mal eine einzige Massnahme vorgesehen, diverse überwiesene Vorstösse können mit dem Argument «Kostenneutralität» auf die lange Bank geschoben werden. 

Genügend Mittel gefordert
Über ein Dutzend Parteien und Fachorganisationen fordern deshalb an der geplanten Kundgebung mehr finanzielle Mittel für Prävention, Schutz und Beratung von Frauen. Nur wenn die bestehenden Angebote ausgebaut, Anschluss-Angebote gesichert und in allen Kantonsteilen Präventionsprogramme eingeführt werden, nimmt der Kanton seine Verantwortung für Frauen und genderqueere Menschen wahr. Auch angesichts der hervorragenden finanziellen Lage des Kantons – in den nächsten Planjahren wird jährlich mit Überschüssen in dreistelliger Millionenhöhe gerechnet – müssen die nötigen Investitionen endlich auf die politische Agenda kommen.

Unterstützende Organisationen (alphabetisch):
Alternative Linke; BPW Club Bern; Brava; Campax; Demokratische Jurist*innen Bern; Eidgenössische Kommission dini Mueter (EKdM); Gewerkschaftsbund Kanton Bern; Fachstelle Gewalt Bern; feministisches Streikkollektiv Bern; die Feministen; Frauenzentrale Bern; Frieda – die feministische Friedensorganisation; GRÜNE Kanton Bern; Sisters Domestic Violence and Abuse Schweiz; SP Kanton Bern; Junge Alternative JA!; Junge Grüne Kanton Bern; JUSO Kanton Bern; männer.ch; vpod Bern.

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