Die Krankenkassenprämien steigen 2027 erneut deutlich. Schweizweit beträgt der Anstieg 5 Prozent, im Kanton Bern sogar 5,4 Prozent. Für viele Berner*innen wird die Belastung zunehmend existenzbedrohend. Gleichzeitig setzt der Kanton Bern nicht einmal die Mittel ein, die er eigentlich für Prämienverbilligungen budgetiert hat: 2025 wurden mehr als 24 Millionen Franken der budgetierten Mittel nicht eingesetzt. Für 2026 ist sogar noch weniger Geld für Prämienverbilligungen budgetiert, als 2025 tatsächlich ausgegeben wurde.

Auch die gesetzlich vorgeschriebene Quote wird seit Jahren nur knapp erreicht. Das kantonale Gesetz sieht vor, dass 25 bis 45 Prozent der Bevölkerung Prämienverbilligungen erhalten sollen. In den vergangenen Jahren lag der Kanton jeweils nur knapp über der vorgeschriebenen Mindestquote 

Geld für Entlastung ist vorhanden

Dabei fehlt es nicht an Geld im Kanton Bern. 2025 schloss die Kantonsrechnung mit einem Überschuss von 873 Millionen Franken ab. Auch für 2026 rechnet der Kanton mit einem Überschuss in dreistelliger Millionenhöhe.

Der Kanton verfügt damit über die finanziellen Spielräume, um die Bevölkerung bei den Krankenkassenprämien stärker zu entlasten.

Aufgrund des Gegenvorschlags zur nationalen Prämienverbilligungs-Initiative muss der Kanton Bern künftig zusätzlich mindestens 100 Millionen Franken mehr für Prämienverbilligungen einsetzen. Der Regierungsrat will diese zusätzlichen Mittel erst 2028 einsetzen. Angesichts des erneuten Prämienanstiegs ist diese Verzögerung nicht verantwortbar.

Seraina Patzen, Grossrätin & Co-Fraktionspräsidentin der GRÜNEN Kanton Bern, fordert: «Angesichts des erneuten Prämienschocks braucht es jetzt sofort deutlich mehr Mittel für Prämienverbilligungen. Das Prämienverbilligungssystem ist so auszugestalten, dass niemand mehr als 10 Prozent des Haushaltseinkommens für Krankenkassenprämien aufwenden muss».